Der Vatikan plant einen einzigartigen Pavillon für die 61. Kunstbiennale in Venedig, der die Besucher mit einem faszinierenden Erlebnis aus Kunst, Architektur und Spiritualität begeistern wird. Der Titel des Pavillons, „Das Ohr ist das Auge der Seele“, spiegelt die zentrale Rolle des Hörens in der Ausstellung wider und lädt die Besucher zu einem kontemplativen Erlebnis ein.
Ein Klanggebet
Die Ausstellung wird als ein Gebet in Klängen gestaltet, das die Besucher dazu einlädt, sich auf die Kraft des Zuhörens einzulassen. Die Werke sind vom Leben der mittelalterlichen Äbtissin, Dichterin, Heilerin und Komponistin Hildegard von Bingen inspiriert, die von Benedikt XVI. heiliggesprochen und zur Kirchenlehrerin erhoben wurde. Die Ausstellung wird in zwei Standorten präsentiert: im antiken „Giardino Mistico“ der unbeschuhten Karmeliten im Stadtteil Cannaregio und im Komplex Santa Maria Ausiliatrice im Viertel Castello.
Klanginstallationen und immersive Landschaften
Im Giardino Mistico werden 20 internationale Künstler, darunter Brian Eno, Patti Smith, Jim Jarmusch und Meredith Monk, ihre Klanginstallationen präsentieren. Die Besucher werden die Werke über Kopfhörer erleben, während ein spezielles Instrument die Geräusche des Gartens in Echtzeit aufnimmt und integriert. Diese immersive Klanglandschaft verbindet Stimme, Musik, Stille und Natur miteinander und schafft eine einzigartige Atmosphäre.
Im Santa Maria Ausiliatrice wird ein zeitgenössisches Skriptorium eingerichtet, das ein lebendiges Archiv, eine klangliche Liturgie der Benediktinerinnen von Eibingen und die letzte große Arbeit des verstorbenen Regisseurs Alexander Kluge umfasst. Seine monumentale Installation aus Film- und Bildmaterial ist in zwölf Stationen gegliedert und bildet das Zentrum der Ausstellung.
Kunst, Architektur und Spiritualität
Der Pavillon knüpft an frühere Projekte des Heiligen Stuhls bei der Biennale an und setzt den Weg fort, Kunst, Architektur und Spiritualität miteinander zu verbinden. Er plädiert für eine offenere, aufmerksamere Wahrnehmung der Welt durch das Zuhören und setzt ein bewusstes Zeichen gegen die Beschleunigung der Gegenwart.
Ein Schritt in die Zukunft
Mit seiner erneuten Teilnahme an der Kunstbiennale 2024 setzt der Heilige Stuhl seine Bemühungen fort, seine Präsenz im internationalen Kunstbetrieb zu stärken. Der Pavillon wird ein einzigartiges Erlebnis bieten, das die Besucher dazu einlädt, sich auf die Kraft des Zuhörens einzulassen und die Welt auf eine neue, aufmerksamere Weise wahrzunehmen.